Geboren am 10. Mai 1886 in Basel als Sohn eines Theologieprofessors, aufgewachsen ist er in Bern. Hier begann er auch sein Theologiestudium, das er in Berlin, Tübingen und Marburg fortsetzte. In Marburg wurde er geprägt von dem Neukantianer Wilhelm Herrmann. Nach seinem Studium wurde er Redaktionssekretär bei der „Christlichen Welt“, einer liberal-sozial geprägten Zeitschrift. Nach einem kurzen Vikariat in Genf wurde er Pfarrer in der Gemeinde Safenwil im Kanton Aargau.In dieser Arbeitergemeinde zog ihn die Gedankenwelt des religiösen Sozialismus an. Im Jahre 1915 trat er in die Sozialdemokratische Partei ein. Im Jahr 1919 schrieb er den Kommentar zum Römerbrief. In diesem Kommentar setzte er sich radikal mit der neuprotestantischen Theologie des 19. Jahrhunderts, die von Schleiermacher und Ritschl geprägt war, auseinander. Kritik gegen den Kommentar kam u.a. von Adolf von Harnack, einem seiner Lehrer. Es bildete sich eine „Dialektische Theologie“, die sich zu Wort meldete.
1921 wurde Barth Professor für reformierte Theologie in Göttingen, 1925 in Münster und 1930 in Bonn. Er gewann einen führenden Einfluss auf die „Bekennende Kirche“ die sich in dieser Zeit bildete. Er schrieb den Entwurf der „Theologischen Erklärung“ der Bekenntnissynode von Barmen im Mai 1934.
1935 verlor er seine Professur in Bonn, da er sich weigerte, den Diensteid auf Hitler zu leisten.
Er war dann bis 1962 Professor in Basel. In diesen Jahren war er mit der Ausarbeitung seiner „Kirchlichen Dogmatik“ beschäftigt. Sie blieb unvollendet. In seiner Theologie ging es Karl Barth um die Selbstmitteilung Gottes, der den Menschen in Gericht und Gnade gegenüber steht. Er betonte sehr stark die Herrlichkeit Gottes, seine Souveränität. Alle Gotteserkenntnis kommt von Gott selbst. Von daher rührt seine Kritik an der „natürlichen Theologie“.
Das Bekenntnis zu Jesus Christus als "das eine Wort Gottes" formte alle seine Lehraussagen. Die Prädestinationslehre war für ihn die Summe des Evangeliums. Diese Haltung führte dazu, dass die heilsgeschichtlich bedingte Reihenfolge „Gesetz und Evangelium“ umgedreht wurde. Die Folge war, dass das Evangelium zum Gesetz wurde und das Gesetz nicht zu einer Form des Evangeliums.
Karl Barth starb am 10. Dezember 1968 in Basel. Sein Einfluss auf die Theologie war sehr stark und ist auch heute noch ungebrochen. Sein Hauptwerk ist die „Kirchliche Dogmatik“.-- 1986 gab die Deutsche Bundespost anlässlich seines 100. Geburtstages eine 80 Pf.- Gedenkbriefmarke heraus.