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Caspari, Wilhelm PDF Drucken
Dienstag, den 10. Februar 2009 um 20:16 Uhr
Caspari, Wilhelm  (* Memmingen / Allgäu 3. Nov. 1876  †  3. Feb. 1947 Kiel / Holstein)     Prof. D.
 
Die Samuelbücher
mit Sacherklärungen versehen
nach bearbeitetem Wortlaut übersetzt
Leipzig: A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung Dr. Werner Scholl 1926
 
Reihe:
Kommentar zum Alten Testament
herausgegeben von Geh. Kons.- Rat D. Dr. Ernst Sellin
Band VII. Übersetzt und erklärt.

Wortstimme:
"Und sie sprach: (Wie) wogt mir, o Jahwe, mein Herz! meine Stirn trag ich hoch mit Gott.
Kein Feind verbiete mir Rede! Ich bin meiner Rettung so froh.
So erhaben wie Jahwe ist keiner! Kein Fels (hält so fest) wie mein Gott.
Laßt ab, imer lauter zu reden! Euch entschlüpfte ja doch Unbedachtes.
doch was Er weiß, formt sich zu Taten."
(I. 2:1-3)

Zum Werk:

Zur Person:
1904 habilitiert sich Caspari an der Fakultät Erlangen, nimmt 1915 eine Professur an der Uni Breslau an, und wechselt 1922 nach Kiel, wo er einem Ruf an die Christian- Albrecht - Universität folgt. In seinen bekanntesten Studien als Alttestamentler beschäftigt er sich mit der Bundeslade sowie mit den israelitischen Propheten.
Während der Nazizeit schließt er sich der Bekenneden Kirche an, die im Widerspruch zu der offiziellen Reichskirche steht. Das hindert ihn allerdings nicht daran, fachorientierte Niederungen zu besteigen: 1933 veröffentlicht er in der "Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst" (Nr.7) einen langen Aufsatz  mit dem Titel: Über alttestamentliche Bezugnahmen im evangelischen Gesangbuch und ihre Beseitigung. Darin waren alle hebräischen und aramäischen Worte und Wendungen der 342 Lieder aus dem Stammteil des "Deutschen evangelischen Gesangbuches" aufgelistet, wie z. B. Abba, Hosianna, Amen und Halleluja. Diese Arbeit befähigte fortan bekannte Kirchenmusiker, sich an das schmutzige Werk der Reinigung des evangelischen Kirchenliedes zu machen. -
1935 muß er sich gegen diffamierende Äußerungen eines Kollegen zur Wehr setzen und fordert gegen ihn eine Disziplinarmaßnahme. Das wird allerdings von der Universitätsleitung abgelehnt. Ein Versuch des Kultusministeriums, ihn im gleichen Jahr nach Halle versetzen zu lassen, scheitert: die dortige Universität verschließt sich dem Ansinnen. Das Reichserziehungsministerium verfügt im Anschluß daran ohne Begründung Casparis sofortige Beurlaubung. Diese Vorgehensweise verunmöglicht ihm überdies auch die Besetzung einer Pfarrstelle. -
1945 stellt die Theologische Fakultät Kiel einen Antrag auf Wiedergutmachung und möchte den Theologen auf seinen ehemaligen Lehrstuhl zurückholen. Caspari, mittlerweile im 69. Lebensjahr, übernimmt noch zwei Jahre lang die Vertretung eines nicht besetzten Lehrstuhls. 1947 stirbt er an den Folgen eines Unfalles.
(Quellen: CAU - Kiel, bearbeitet; sowie H. Prolingheuer: siehe Bibliographie.)

 

 

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