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►Das Hohe Lied Salomos
Nachdichtungen und Übersetzungen aus sieben Jahrhunderten
hrsg. von Hermann Timm
Frankfurt am Main: Insel Verlag 1982. Erste Auflage »Insel Taschenbuch it 600«
Enthält:
Die Nachdichtungen aus der Historienbibel (veröffentlicht von D. G. Schöber 1752)
Luthers Übersetzung (* Eisleben /Sachsen- Anhalt 10. November 1483 † 18. Februar 1546 ebenda)
Martin Opitz, (* Bunzlau / Schlesien 23. Dezember 1597 † 20. August 1639 Danzig)
Goethes Übersetzungsversuch, (* Frankfurt am Main 28. August 1749 † 22. März 1832 Weimar)
Manfred Hausmann (* Kassel 10. September 1898 † 6. August. 1986 Bremen)
»... Stark wie der Tod«
Wortstimmen:
„Setze mich wie ein Siegel auff dein Hertz, vnd wie ein Siegel auff deinen Arm.
Denn Liebe ist starck wie der Tod, vnd Eiver ist starck wie die Helle,
Ir glut ist fewrig, vnd eine Flamme des HERRN,
Das auch viel Wasser nicht mügen die liebe auslesschen, noch die ströme sie erseuffen,
Wenn einer alles Gut in seinem hause umb die Liebe geben wolt, so gülte es alles nichts.“
(Kap.8 nach Luther 1545)
Die Romanze im gelobten Land
„Setz’ als ein Siegel mich dir auff dein Hertz’ vnd Armen; /
Laß deine Liebe doch bey mir so sehr erwarmen /
Daß keine Wasserflut / ob gleich sie Nacht vnd Tag /
Sich mehr vnd mehr ergeust / die Brunst verleschen mag.
.Für rechter Liebe kan kein Silber nicht bestehen /
Das beste feine Gold kan jhr nicht gleiche gehen /
Die über alles steigt: es ist kein edler Stein
der jhr am minsten auch nur kan gemesse sein.“
(Kap. 8 nach Martin Opitz, geistliche Poemata 1638)
Liebliche Verwirrung
„Sezze mich wie ein Siegel auf dein Hertz, wie einen Siegel auf deinen Arm.
Denn starck wie der Todt ist die Liebe. Eifer gewaltig wie die Hölle.
Ihre Glut Feuer Glut, eine fressende Flamme.
Viel Wasser können die Liebe nicht löschen, Ströme sie nicht ersäufen.
Böt einer all sein Haab und Gut um Liebe man spottete nur sein.“
(Kap. 8. Goethes Übersetzungsversuch ca. 1775)
Manfred >Hausmanns Übersetzung aus 1958 beschließt den Kanon; zur Stimme: siehe dort.
Zum Buch:
Das it 600 in Kleinoktav vereinigt Text und zwölf Farbbilder von Anatoli L. Kaplan. Sämtliche Texte der verschiedenen Epochen und Übersetzer sind eingeleitet. Um die Verse aus der mittelalterlichen Historienbibel lesen zu können, ist das Verständnis des Mittelhochdeutschen erforderlich. Der für die WS benötigte Text aus dem 8. Kap. ist leider innerhalb der fragmentarischen Übersetzung nicht vorhanden. Der Herausgeber Timm schrieb ein 20- seitiges Nachwort »Aus der Schäferstunde der Vorsehung« über die Geschichte des am meisten "gemißhandelten" Buch des Alten Testamentes.
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