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►Das Buch Hiob
Uebersetzt von D. Bernhard Duhm
Freiburg i.B.: Verlag von J. C. B.Mohr (Paul Siebeck) 1897.
Reihe: Die poetischen und prophetischen Bücher des Alten Testaments. Uebersetzungen in den Versmaßen der Urschrift. (Band) I.
Wortstimme:
„Allein wenn doch Eloah spräche,
Für dich auftäte deine Lippen,
Dich lehrte die verborgene Weisheit,
Daß wundergleich sie an Vernunft ist!
Die mehr als himmelhoch – was weißt du?
Die weiter als die Erd an Maß,
Die breiter gar ist als das Meer!
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(Fußnote:) Wenn er vorbeischwebt und in Haft nimmt
Und Gericht beruft, wer hält ihm ab?“
(Kap. 11: 5-10)
►Die Psalmen
Uebersetzt
Freiburg i.B.: Verlag J .C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1899.
Reihe: Die poetischen und prophetischen Bücher des Alten Testaments. Uebersetzungen in den Versmaßen der Urschrift.
(Band) II.
Wortstimme:
„Du, Herr, du bist zu aller Zeit
Und warst von Ewigkeit her Gott,
Bevor geboren wurden Berge,
Bevor gekreist ward Welt und Erdkreis.
Du schickst zum Staub zurück die Menschen,
Sprichst: kehrt zurück, ihr Erdenkinder!
Denn tausend Jahre sind für dich
Ein Tag, ein Gestern, das vorbei ist."
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90,4b: "und eine Nachtwache in der Nacht“ (Zusatz).
(Kap. 90: 1-4)
►Das Buch Jeremia
Uebersetzt
Tübingen und Leipzig: Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1903.
Reihe: Die poetischen und prophetischen Bücher des Alten Testaments. Uebersetzungen in den Versmaßen der Urschrift.
(Band) III.
Wortstimme:
„Siehe, Tage kommen, ist Jahwes Spruch, da werde ich dem David
einen gerechten Sproß erwecken, und er wird als König herrschen
und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Lande.
In seinen Tagen wird Juda das Heil empfangen und Israel sicher wohnen;
und das ist der Name, mit dem man ihm benennen wird:
Jahwe unsere Gerechtigkeit.“
(Kap.23: 5-6)
►Die Zwölf Propheten
In den Versmaßen der Urschrift übersetzt
Tübingen: Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1910.
Reihe: Die poetischen und prophetischen Bücher des Alten Testaments. Uebersetzungen in den Versmaßen der Urschrift.
(Band) IV.
Wortstimme:
„Denn viele Tage werden die Israeliten sitzen ohne König und Obersten,
ohne Opfer und Malstein, ohne Ephod und Tharafen.
Danach werden die Israeliten sich bekehren und suchen Jahwen, ihren Gott
und David, ihren König, und bebend eilen zu Jahwe und seinem Gut,
in den letzten Tagen.
(Hosea 3: 4-5)
Zu den vier Bänden:
Die gelisteten vier abgeschlossenen Bände geben den Bibeltext ohne Kommentar, jedoch mit wenigen Anmerkungen zum Text wieder. Ein Vorwort und eine ausführliche Einleitung sind beigegeben. Die Oktavbände sind in Fraktur gedruckt. Die poetischen Abschnitte sind in allen Bänden kolometrisch geformt, im Jeremia- Band sogar gerahmt. Der liberale Professor nimmt durchaus Textumstellungen vor und / oder setzt ganze Verse in die Fußnote.
►Das Buch Jesaia
Übersetzt und erklärt.
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 5. Auflage 1928
Mit einem (neunseitigen) biographischen Vorwort von Walter Baumgartner.
(1. Aufl.1892; 2. Aufl.1901; 3., verb. und erweiterte Aufl. 1914; 4., neu durchgesehene Aufl. 1922)
Die 1. – 4. Auflage erschienen im „Göttinger Handkommentar zum Alten Testament in Verbindung mit anderen Fachgelehrten herausgegeben von W. Nowack“.
Wortstimme:
5 „Dieser wird sagen: Jahwes bin ich,
und der sich nennen mit dem Namen Jakob,
Und jener beschreibt seine Hand „Jahwe eigen“
und empfängt den Zunamen Israel.
6 So spricht Jahwe, der König Israels,
und sein Erlöser, Jahwe der Heere:
Ich bin der Erste und der Letzte,
und außer mir ist kein Gott.
7 Und wer ist wie ich? er trete her und rufe
und melde etwas und stelle es mir gegenüber!
Wer ließ hören von uran das Künftige? und was kommt,
mögen sie uns melden!“
(Jes. 44)
Zum Werk:
Auf fast 470 Großoktav-Seiten kommentiert Duhm die seiner Überzeugung nach drei (oder gar vier ?) voneinander zu unterscheidenden Autoren der Jesaiarolle: 1. Jesaia, 2. Deuterojesaia, 3. Tritojesaia und der Autor der „ebed Jahwe- Lieder“. Autorenrede, Dichtung und Erzählstränge sind durch neun (!) verschiedene Schriftarten – Fraktur und Antiqua- gekennzeichnet. Für den Kommentar wird Fraktur verwendet. Dieser wendet sich jedenfalls eher an Theologen und fortgeschrittene Studenten als an Laien; auch wird die Kenntnis vor allem des Hebräischen vorausgesetzt, denn diese Begriffe sind in den Erklärungen nicht übersetzt. Der Kommentar nimmt mindestens dreiviertel Raum, meist mehr, einer Buchseite ein; Duhms Übersetzung war als ein Meisterwerk bezeichnet worden. Konservative Theologen jedoch werden seine häufigen Konjekturen kaum mit Wohlwollen akzeptieren. Die jesaianischen Prophetien sind – ganz im Sinne der Theologie dieser Zeit der Jahrhundertwende – nicht auf eine andere Epoche, etwa die neutestamentliche - anzuwenden. Der Jude Franz Rosenzweig brachte nach der Lektüre dieses Kommentars seine Kritik auf den Punkt: „Ihre >sichersten Ergebnisse< beruhen auf der kompletten Unfähigkeit, sich in eine andere Logik hineinzudenken als in die des eigenen hohlen Kopfs. Sie reden immer von den Propheten als ob es Dichter wären und dann korrigieren sie sie, als wären es Schulaufsätze von Tertianern.“ (Rosenzweig, Gritli-Briefe)
Zur Person:
Die deutsche protestantische Theologie in der Mitte des 19. Jahrhunderts war hauptsächlich geprägt von vier Namen: Karl- Heinrich Graf, Albrecht Ritschl, Heinrich Ewald und Julius Wellhausen. Es war die Zeit, die Bibel im Widerspruch zur kirchlichen Tradition, als Buch wie alle anderen zu lesen. Somit war auch literarische Kritik an den biblischen Büchern mit allen Mitteln, die die Wissenschaft bot, anzuwenden. Quellen wurden geschieden, Datierungen neu vorgenommen, überlieferte Autorenschaften angezweifelt. In dieser für die westliche Theologie schwerwiegenden Umbruchszeit ging Duhm, Sohn eines ostfriesischen Bierbrauers, 1867 als Theologiestudent nach Göttingen: Geschichte, Literatur, Psychologie und Philosophiegeschichte belegte er zusätzlich. Das Alte Testament faszinierte ihn früh. Als erste Publikation schrieb er „Anmerkungen zu den zwölf Propheten“. Ein konservativer Kollege nannte Duhms Art „originell, keck, von keiner Pietät gegen die Überlieferung angekränkelt“. Die Propheten blieben auch der Hauptgegenstand seiner Forschungsarbeit. 1885 promovierte die theologische Fakultät Basel Duhm zum D. (theol). Vier Jahre später bekam er dort sein Ordinariat. Auf Anfrage des renommierten Verlages Vandenhoeck & Ruprecht veröffentlichte er sein berühmtes Werk „Das Buch Jesaia“ im „Handkommentar zum AT“. Duhm datierte übrigens einige Prophetenschriften vor die Autoren des Pentateuch. Innerhalb seiner „Ergänzungshypothese“ sprach er z.B. die Texte vom Neuen Bund (Jer.31 f) dem Propheten Jeremia ab. Duhms häufige Textkonjekturen in den Propheten wurden allerdings durch die Veröffentlichung der Bibeltexte vom Toten Meer (nach 1948) zum Teil widerlegt (z.B. im Habakuk- Kommentar). Der unermüdliche Professor wurde, 80-jährig noch im Amt, am 1. Sept. 1928 in seiner Wahlheimat Basel am Rhein nächst dem Spalentor von einem Automobil überfahren. Die daraufhin errichtete Verkehrsinsel trug lange Zeit noch den inoffiziellen Namen „Duhm- Insel“. Walter Baumgartner, sein Nachfolger an der theologischen Fakultät Basel, beschloß seinen Nachruf: „Solange die Prophetenbücher gelesen und erklärt werden, so lange wird man auch seiner gedenken...“
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