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Mittwoch, den 03. Dezember 2008 um 06:06 Uhr
 
Hauser, Otto    "Ferdinand Büttner"  (*Dijanes / Vrbovec, Kroatien 22. Aug. 1876
                                                                     † Blindenmarkt / Niederösterr. oder Blindendorf (?) 26. Mai 1944)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

>Das Buch Hiob
Berlin: Verlegt bei Julius Bard 1909

  Wortstimme:
Willst zu der Gottheit Grund
Den Schranken des Ew'gen Du dringen:
Himmelshöhe — was tust Du?
Höllentiefe — was wähnst Du?!
Die Erde ermisst ihn nicht
Und nicht an Weite das Meer.
Wenn er herfährt, in Bande schlägt,
Zu Gericht ruft — wer mag ihn wehren?
Fürwahr, er kennt die Verderbten,
Unbemerkt, sieht er den Frevel.
Doch der Hohlkopf wird wohl noch klug,
Das Wildeselfüllen zum Menschen.
(Zophar der Naamathite in Kap. 11)
 
O würden doch aufgezeichnet,
In sein Buch gesetzt meine Worte,
Mit Eisengriffel in Blei,
Auf ewig gehauen in Felsen!
Doch ich weiss mir meinen Löser,
Der noch lebt, wenn der letzte hier hinging,
Und ein andrer steht auf als mein Zeuge
Und richtet sein Zeichen auf.
Vom Leibe frei, seh ich Gott,
Lobpreist mich, ich werde ihn sehen!
Und keinen Fremden erschau ich.
In der Brust schon vergeht mir das Herz.
(Hiob in Kap. 19)
 
Zum Buch:
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>Biblische Novellen: Esther, Ruth, Jona
aus dem Hebräischen
Weimar:  Alexander Duncker Verlag MCMXI (1911)

Reihe: Aus fremden Gärten 4.
 
  Wortstimmen:
Und sie warfen die Lose, und das Los fiel auf Jona.
Da sprachen sie zu ihm: „Berichte uns denn, wofür uns dieses Unheil betrifft.
Was ist dein Geschäft, und woher kommst du? Welches ist dein Land,
und wessen Volkes bist du?"
Und er sprach: „Hebräer bin ich und diese Jahwe, dem Gott des Himmels,
der das Meer und das trockene geschaffen hat."
Da gerieten die Männer in große Furcht und sagten zu ihm: „Was hast du
getan?!" So erfuhren sie, daß er vor Jahwe auf der Flucht war;
denn er berichtete es ihnen.
(Jona 1)
 
Und Haman sprach zum König Chschajarscha: „ Es gibt eine Sippe,
zerstreut und abgesondert in den Volkschaften aller Provinzen
deines Königtums, deren Datas andere sind als die jedes Volkes,
und die des Königs Data nicht befolgt. Da sollte der König sie nicht
gewähren lassen. Wenn es dem König gut dünkt, werde ein Erlaß
ausgegeben, sie zu vernichten, und ich will zehntausend Talente
zu Händen der Beamte darwägen, um sie in die Schatzhäuser des
Königs bringen zu lassen.
(Esther 3)
 
>Das Hohe Lied
aus dem Hebräischen
Weimar:  Alexander Duncker Verlag (MCMXII = 1912). Drittes und viertes Tausend MCMLXXI (1921)

Reihe: Aus fremden Gärten 9
 
  Wortstimme:
„Leg wie ein Siegel ans Herz mich, wie den Ring um den Arm!"
               Ja, Liebe ist stark wie der Tod,
               Und hart wie die Hölle das Eifern:
Ihre Funken sind Feuersfunken, Flammen Jahs.
Große Wassee können die Liebe nicht löschen,
              Ströme nicht reißen sie fort.
Gäb' einer dahin alles Gut seines Hauses für Liebe,
              Wer verdächte es ihm?
Hohe Lied XXVI (Kap.8)
 
 
>Althebräische Gedichte
übersetzt und erläutert
Weimar:  Alexander Duncker Verlag MCMLIV (1914)

Reihe: Aus fremden Gärten 32
 
  Wortstimme:
Da, Jahwe, du kamst vom Seïr,
Da du herzogst von Edoms Gefild,
Da bebte die Erde vor dir,
Und Feuchte troffen die Himmel.
Da troffen Wasser die Wolken,
Die Berge strömten vor dir,
Der Sinai floß vor dir,
Jahwe, Israels Gott!
In den Tagen Samgars ben Anath
In den Tagen der Jaël war Not;
Karawanen und wer da reiste,
in Krümmen zogen sie hin.
In Israel herrschte Not,
Mannen litten die Mannen,
Gottesopfer fehlten
Es gab kein Gerstenbrot.
Das Deboralied: Richter V

(Texte aus 1. Mose 4 - 9 - 49. - 4. Mose 21 - 2. Sam.1.3. - 1. Kön.  8 - Josua 10 - Richt. 5)
 
>Die Psalmen I
[Die Kap. 1 - 41] aus dem Hebräischen
Weimar: Alexander Duncker Verlag MCMLXII (1917)
 
Reihe: Aus fremden Gärten 69/70
 
  Wortstimme:
       Zur Begleitung; Davidspsalm
Der Himmel erzählt Gottes Ehre,
Vom Werk seiner Hände erzählt die Feste.
Tag rauscht dem Tag die Kunde,
Botschaft bringt Nacht der Nacht¹,
Ihr Schall überfliegt alle Lande,
Ihre Worte die Grenzen der Erde.
Er setzt der Sonne ihr Zelt
Wie ein Bräutigam ist sie, der aus dem Gemach tritt,
Und freut wie ein Held sich der Bahn:
Vom Himmelsrand gehr sie aus
Und läuft dahin bis zum Himmelsrand,
Und verborgen bleibt nicht ihrem Schein.
 
Jahwes Gesetz ist vollkommen, erquickt die Seele, (etc.)
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¹MT fügt erklärend hinzu: „nicht eine Botschaft
und nicht Worte, deren Schall hörbar wäre."
Psalm XIX I / XIX 2
 
 
Zum Buch:
 
..........................
 
Zur Person:
""einer der unseriösesten Rassenkundler, "der selbst von vielen Völkischen als solcher ablehnt wird"".
(Zitat Armin Mohler, 1920- 2003, einer der wenigen profilierten rechten Denker in der Bundesrepublik Deutschland, ein bekennender Faschist)
Der Sohn eines Gutsbesitzers studierte zunächst an der Technischen Hochschule, später wechselte er an die Wiener Universität und belegte evangelische Theologie und orientalische Sprachen ohne nach eigener Aussage je eine Prüfung abzulegen oder einen Studienabschluss zu anzustreben. Otto Hauser knüpfte Kontakte zu Theodor Herzl, der seine erste größere Erzählung vom „Lehrer Johannes Johanson“ in der „Neuen Freien Presse“ herausbrachte und ihn auch weiter förderte.
Den Ersten Weltkrieg erlebte Hauser als Aktiver, wobei er ab 1916 auf dem Balkan eingesetzt wurde und dabei zeitweilig auch als Redakteur für die Belgrader Nachrichten arbeitete. Nach seiner Rückkehr lebte er, von kurzen Aufenthalten in Weimar und Danzig abgesehen, hauptsächlich in Wien.
Otto Hauser besaß eine außergewöhnliche Sprachbegabung, die ihn befähigte Übersetzungen von Dichtungen und anderen Werken aus rund 30 Sprachen anzufertigen. Er verfasste eine Vielzahl von Romanen, wie beispielsweise „Spinoza“ oder das Epos Atlantis“ die stark der Neoromantik verhaftet sind. In seiner„Weltgeschichte der Literatur“, wie auch in dem mythologischen Werk „Germanischer Glaube“ verfocht er die Idee einer lichten nordischen Rasse als Kulturträgerin, die er dann ohne je anthropologisch - naturwissenschaftliche Studien betrieben zu haben, zu einer obskuren Rassenkunde ausbaute. Nach 1920 suchte er den Kontakt zu Gruppen der Jugendbewegung, die er für seine Ausleseideen zu gewinnen suchte bzw. gründete eigene Gruppen, wie die „Jungwacht“, „Jung Wiking“ oder den „Atlantisbund“. Er war auch ein leidenschaftlicher Verfechter der Rassentheorien des Wagner- Schwiegersohns H. S. Chamberlain, schrieb er doch doch antisemitische Werke wie "Die Juden und Halbjuden in der deutschen Literatur." Warum er ausgerechnt Teile des AT übersetzt hatte, bleibt wohl im Dunkeln. In einem seiner Bücher behauptet Hauser allerdings allen Ernstes, die biblischen Könige David u. Salomo, Sänger des Hohen Liedes sowie Christus seien Germanen gewesen. (Fritz Kahn in: Die Juden als Rasse und Kulturvolk. Berlin 1921. S. 55)
Trotz seiner geistigen Nähe zur Ideologie der Nazis erfuhr Otto Hauser nach 1938 keine Förderung durch eben diese Nationalsozialisten. --
Der Tote wurde 1979 exhumiert, eingeäschert, und die Urne auf dem Matzleinsdorfer Friedhof (Wien V. Bez.) beigesetzt. Nicht ganz geklärt ist, wo er starb. Hauptsächlich wird Blindendorf bei Wiener Neustadt genannt und möglicherweise auch häufig abgeschrieben. Wo das aber genau sein soll, ist unklar. Wer exaktere Angaben machen kann, melde sich.
(Info: Friedhof Simmering; mit div. Ergänzungen)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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