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Dienstag, den 02. Dezember 2008 um 20:34 Uhr
   Leimdörfer, David  (*Hlinik / Ungarn 17. Sept. 1851 4. Nov. 1922 Hamburg) Rabbiner Dr. phil.
 

 

►Das heilige Schriftwerk KOHELET im Lichte der Geschichte
Text, Übersetzung und Kommentar
(hebr.-dt.)
Erlangen: Kgl. bay. Friedrich-Alexander- Universität 1891

Inaugural- Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde.
 
Wortstimme
Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit, eben die Welt
(das Sichtbare) legte er ihnen in das Herz,
damit der Mensch nicht finde (ergrüble) die That,
die Gott vollbracht von Anfang her und bis zum Ende (das ihm Verborgene).
(3:11)
 
Anm.:
Das Werk stellt eine Antipode zu Heinrich Graetz’ Arbeit zum Prediger Salomo dar. Es werden unter anderem Kohelets Verhältnis zu den Proverbien (Sprüche Salomos) und zu Sirah (Jesus Sirach) mit Textbeispielen beleuchtet.

 

Zur Person:

David Leimdörfer, Sohn eines Handwerkers, in Hlinik (heute Slowakei, damals Ungarn) geboren, besuchte das Gymnasium in Sillein, betrieb aber auch intensive religiöse Studien an den Talmudhochschulen in Waitzen und Preßburg. Seine akademische Ausbildung absolvierte er seit 1871 an der Universität Wien, wo er sich zudem als Hörer am Bet ha-Midrasch der besonderen Förderung des Predigers Adolf Jellinek erfreute. L. wurde zunächst als Feldrabbiner eingesetzt und kam 1874 als Rabbiner nach Nordhausen, wo er bis 1883 amtierte. 1875 wurde er zum Landrabbiner im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt ernannt. Seit 1883 wirkte er als Erster Prediger des religiös-liberalen Israelitischen Tempelverbands in Hamburg, der ihm 1907 den Titel eines Rabbiners verlieh. Gemeinsam mit seinem Kollegen Caesar Seligmann gelang es ihm eine Religionsschule zu begründen sowie Jugendgottesdienste einzuführen. Neben seiner Tätigkeit am Tempel leitete er seit 1917 regelmäßig Gottesdienste an der gemäßigt konservativen Neuen Dammtor Synagoge, bis diese 1922 Paul Holzer als Rabbiner verpflichtete. L., der zahlreiche Kanzelreden und Religionslehrbücher veröffentlichte, machte sich durch wissenschaftliche Aufsätze und Monographien auch als Bibelforscher einen Namen. Er war zudem langjähriges Vorstandsmitglied im Hamburger Zweig des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur. In Anerkennung seiner langjährigen Verdienste ernannte der Tempelverband L. zum Oberrabbiner, als dieser 1921 seinen 70. Geburtstag feierte.

(Quelle: /www.dasjuedischehamburg.de, mit Ergänzungen)

 

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