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Dienstag, den 02. Dezember 2008 um 20:52 Uhr

Mendelssohn, Moses        

                                                Mosche bar Menachem mi Dessau,  "Mosche Dessau"
                                           (*Dessau / Anhalt  12. Elul 5489 / 6. Sep. 1729 5. Schewat 5546 / 4. Jan. 1786 Berlin)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Religionsphilosoph Moses Mendelssohn steht als markante Gestalt des jüdischen Geisteslebens in Deutschland
an der Wende zur Aufklärung. Sein Beitrag zu kultureller und geistiger Integration der jüdischen Bürger
eines deutschen Nationalstaates war 1783 die erste Übersetzung der Fünf Bücher Moses ins Hochdeutsche.
Literarische Qualität und poetischer Klang vereinigen sich hier mit großer Treue zur jüdischen Tradition.
Viele Übersetzungsentwürfe späterer Zeit bauen darauf auf, was Mendelssohn so einzigartig gelang:
den Rhythmus und Charakter des hebräischen Originals eine ausgewogene deutsche Gestalt zu verleihen.
(Aus einer Besprechung des Jüdischen Verlages zur Neuausgabe 2001)
 
Die Erstausgabe der Tora-Übersetzung  in deutscher Schrift erschien 1780 in Berlin:
 
Die fünf Bücher Mose,
   zum Gebrauch der jüdischdeutschen Nation
   nach der Uebersetzung des Herrn Moses Mendelssohn
Erstes Buch
   Berlin und Stettin: in Kommission bey Friedrich Nicolai, 1780
 
Mit Churfürstlich Sächsischer gnädigster Freyheit
 
Inhalt:
Siegeslied der Deborah. Das erste Buch Mose.
 
Wortstimme:
.........................................
 
 
Folgende Titel der Originalausgabe sind in Umschrift mit lateinischen Buchstaben in Bad Cannstatt herausgegeben:
 

Schriften zum Judentum. III/ 1 und 2: Pentateuchübersetzung in deutscher Umschrift:


►Band 9,1 Das erste Buch Moses. Das zweite Buch Moses.
Stuttgart-Bad Cannstatt: Friedrich Frommann Verlag Günther Holzboog 1993
 
Wortstimme:
"Im Anfange erschuf Gott die Himmel und die Erde.
Die Erde aber war unförmlich und vermischt.
Finsternis auf der Fläche des Abgrundes, und der götliche Geist
webend auf den Wassern.
Da sprach Got es werde Licht, so ward Licht.
Gott sahe das Licht daß es gut sey, und unterschied
zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott nennte das Licht Tag und die Finsternis nennte er Nacht,
da ward Abend und ward Morgen, ein Tag."
(1. Buch I. Kap. 1 - 4)
 
Anm zur WS:
Die unterschiedlichen Schreibweisen "Got / Gott" stehen so in der Umschrift des Originals.


►Band 9,2 Das dritte, vierte, fünfte Buch Moses.
Stuttgart- Bad Cannstatt: Friedrich Frommann Verlag Günther Holzboog 1993

 
 
 Wortstimme:
 "Nichts gleicht deinem Gotte, Jeschurun!
Die Himmel regirt er, dir zu helfen.
Lenkt mit seiner erhabenen Macht die Wolken.
(Die Wohnung des uralten Gottes),
und die ewigen Arme der Unterwelt.
Treibt Feinde vor dir aus,
Spricht: rotte aus!
Und Jisrael wohnt sicher,
abgesondert Jaakows Quelle,
in einem Lande von Korn und Most.
Dessen Himmel trifen von Tau.
Wohl dir, Jisrael! wer ist dir gleich?
Volk, dem der Ewige Beystand leistet,
er ist deiner Hilfe Schild,
ist deiner erhabenen Sige Schwerdt."
(Fünftes Buch 33. Kap: 26 - 29a)
 
 
Schriften zum Judentum III,3. 
►Band 9,3 Pentateuchkommentare in deutscher Übersetzung (=Biur* deutsch)
Herausgegben von Daniel Krochmalnik. Übersetzt von Rainer Wenzel
Stuttgart- Bad Cannstatt: frommann - holzboog Verlag • Eckhart Holzboog 2009
 
*Zum Buch:
"Biur", vom Hebräischen באור, Erklärung: (Radix באר graben, aushöhlen, erforschen, im weiteren Sinne: erläutern, verdeutlichen) meint im Besonderen den Kommentar zu Mendelssohns Tora / Pentateuch - Ausgabe.
Die Verfasser der Kommentare werden Biuristen genannt. Namentlich seien neben Joel Löwe Brill und Aaron Wolfsohn (siehe unten) hervorgehoben:
Salomon Dubno (1738 - 1815), Naphtali Herz "Hartwig" Wesel(ly) (1725 -1805), Aaron Jaroslav
(............) und Hertz Homberg (1749- 1841)
 
 

Schriften zum Judentum IV

►Bd.10,1 (enthält u.a.): Die Psalmen. Das Hohelied. Siegeslied der Deborah.

Wortstimme:
"Ah seze mich
Wie ein Siegel auf dein Herz!
Wie ein Siegel auf deinen Arm!
Stark ist die Liebe, wie der Tod;
Ihr Eifer wie die Höle fest;
Ihre Glut der Blitze Glut,
Flamme des Herrn.
Starke Fluten
Löschen nicht die Liebe
Ströhme führen sie nicht fort;
Und gebe einer
Alles Gute in seinem Hause
Um die Liebe,
Sie verschmähen, verachten ihn."
(Hoheslied 8: 6 - 7)


►Bd.10,2 (enthält) Lesarten zu o.g. Übersetzungen.
Stuttgart-Bad Cannstatt: Friedrich Frommann Verlag Günther Holzboog 1985

 

Hebräische Schriften I

Bd. 20,1: (enthält u.a.):
Kommentar zum Buch des Predigers.
Zur Pentateuch-Ausgabe: Vorreden, Vorberichte, Probekapitel, Einleitung.
 
Wortstimme:
Was hat nun (bey so gestalten Sachen)
der so sich mit etwas Mühe giebt, vor einen Vortheil (davon...
....) sich damit zu beschäfftigen.
(Alles, was Gott thut, ist) schön zu seiner Zeit.
Auch die Welt hat er in ihr Herz gegeben.
(so) müssen sie doch am Ende finden, daß das Werk,
welches Gott beschlossen hat, von Anfang biß zum Ende
geschehen müssen. Ich weiß, daß das Beste
von einem Menschen sey, daß er sich freue, und Gutes thue
in seinem Leben: ich weiß aber auch, daß dieses Gut
(dem Menschen nicht völlig übergeben, sondern daß es)
eine Gabe Gottes ist, nachdem ich wahrgenommen (.....)
Denn bey allem, was Gott thut, (und wovon er beschließt,
daß es geschehe,) ist nichts hinzu noch davon zu thun.
Er hat gemacht (.......sondern) sich vor ihm fürchten.
(Erklärung zu Kap. 3 mit fragmentarischer Üs.)
 
 
Hebräische Schrifen II, i
Bd. 15,1 (enthält u. a.)
Der Pentateuch: Redationelle Vorbemerkungen, Einleitungen, Anmerkungen etc.
Das Hohelied: Reproduktion der ursprünglichen Ausgabe in hebräischen Lettern.
S- Bad Cannstatt: 1990
 
Zu diesem Band:
Für alle diejenigen, die sich in die Geschichte der Mendelssohnschen Tora und der Psalmen / Hohelied- Üs. einlesen wollen, ist dies der ultimative Band. Der Autor Werner Weinberg erzählt den Werdegang der M.Mschen Arbeit, die Gründe für das Unternehmen, Briefwechsel zwischen Befürwortern und Kritikern sind auszugsweise zitiert. Auch M.M.s Mitarbeiter wie Samuel Dubno und N. H. Wessely kommen zu Wort. M.M's Üs wird verglichen mit den zeitgenössisch relevanten Ausgaben von Luther und Michaelis. Auch wird die Aufnahme- und Wirkungsgeschichte dieser ersten Üs der Haskalah, der jüdischen Aufklärung, wiedergegeben. Überdies werden im Anhang zur Einleitung diejenigen Bibelausgaben beschrieben, die in der Mendelssohn'schen Tradition zwischen 1793 und 1915 erschienen sind.
 
 
In der Figur Nathans des Weisen setzte Lessing seinem Freund Moses Mendelssohn, dem Begründer der jüdischen Aufklärung ("Halacha"), ein literarisches Denkmal (1779 / 1783). Eines der Kernstücke darin ist die "Ringparabel".
 
 
1839 edierte die H. Frank'sche Buchdruckerei in Sulzbach/ Obpf. eine zweisprachige Tora- Ausgabe:
 
►Die fünf Bücher Mose
  hebräisch und deutsch nach Moses Mendelssohn verbesserter Übersetzung
  Sulzbach/ Obpf.: Druck und Verlag der H. Frankschen Buchdruckerei. 1839
 
 
Ab ca. 1840 erschien im mittelfränkischen Fürth, jiddisch "Fjorda" eine Tora- Ausgabe bei
D. Zürndorffer und J. Sommer.
Davon ist im BB bisher nur das 5. Buch Mose vorhanden. Der Titel lautet:

ספר דברים והוא ספר חמישי   
מחמשה חמשי תורה עם ההפטרות וחמש מגילות
נקראים בשם דרך מסילה
עם תרגום אונקלוס ותרגום אשכנזי ופירש רש”י
              פיורדא שנת ת”ר”א לפ” ק / שנת ת”ר”ב לפ”ק
 (Buch "Reden", das ist das fünfte Buch der fünf Fünftel der Tora
 mit den Prophetenlesungen und den fünf Rollen; genannt mit Namen
 Derek mesilah [=gebahnter Weg]
 mit Targum Onkelos und deutscher Übersetzung samt Raschis Kommentar.
 Fjorda: im Jahr 601 d.k.Z. / 602 d.k.Z. [für die Prophetenabschnitte & Rolle])
 
Deuteronomium
[*samt Prophetenabschnitten und die Klagelieder]
Fürth/ Mittelfr.: Druck u. Verlag von D. Zürndorffer u. J. Sommer. 1841 / *1842
 
Wortstimme:
 
Zum Buch Devarim:
Der Name >Derek mesilah< ist Jesaia 49: 11 entnommen. Das Deuteronomium und die Klagelieder in deutscher Übersetzung in Fraktur. Die Prophetenabschnitte sind nicht übersetzt.
 
 
 
Mendelssohn's Tora- Ausgabe erschien Mitte des 19. Jhdts erneut unter dem Originaltitel >Netivoth haSchalom< (= Friedenspfade) in Wien:
 
(Buch der Friedenspfade. Die fünf Fünftel der Tora
    mit deutscher Übersetzung und Biur, dem Targum Onkelos und die Erklärungen R[aschis])
Wien/ Austria: Druck und Verlag von Adalbert della Torre 1861
 
 
Eine weitere, allerdings anonym getitelte Ausgabe stammt aus dem gleichen Verlagshaus. Allerdings sind Beigaben wie der Biur, Raschi und Targum Onkelos weggelassen.
Die Bearbeitung der deutschen Übersetzung stammt von
 
Joel Löwe (ben Jehuda Loeb) Brill (oder: Bril) (*Berlin ? 1762 / 11. Feb. 1802 Breslau / Schlesien),
wie aus dem Nachwort hervorgeht:
 
 ►Die fünf Bücher Moses
(Sefer Bereschit / 1. B. Moses)
mit einer treuen deutschen Übersetzung

(mit den Siddurim & Haftoroth) hebr. / dt.
Wien / Austria: Druck und Verlag von Adalbert della Torre 1861
 

 
 
Wortstimmen:
" Im Anfange erschuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war unförmig und vermischt,
Finsterniß auf der Fläche des Abgrundes, und der göttliche Geist webend auf den Wassern.
Das sprach Gott, es werde Licht: so ward Licht. Gott sahe das Licht, daß es gut sei,
und unterscheidet zwischen dem Licht und der Finsterniß. Gott nannte das Licht Tag,
und die Finsterniß nannte er Nacht: da ward Abend und ward Morgen, ein Tag."
(I. Buch 1: 1 - 5)


"Deshalb werden sie der Morgenwolke gleich werden, wie flüchtiger Morgenthau;
gleich Spreu, der von der Tenne weggetragen wird, wie Rauch aus der Maueröffnung.
Während ich der Herr dein Schutzgott bin seit (deinem Auszuge aus) dem Lande Mizraim,
keinen Gott hast du außer mir erprobt, keinen Helfer außer mir. Ich habe für dich
in der Wüste gesorgt, im Lande der Dürre. Da sie eine Weide hatten, sättigten sie sich;
sie wurden satt, da ward ihr Herz übermüthig, und daher vergaßen sie mein.
So ward ich für sie wie ein Leu, einem Tieger gleich laure ich auf dem Wege."

(Hos 13: 3 - 7)
 

 
Die fünf Bücher Moses
(Sefer Schemot / 2. B. Moses)
mit einer treuen deutschen Übersetzung

(mit den Siddurim & Haftoroth) hebr. / dt. (sowie der
)
Rolle Esther
mit einer deutschen Übersetzung von
Aharon ben Wolf  Wolfssohn - Halle, Aaron    (* Halle a. d. Saale ......1754
[bzw. nach anderen Angaben: Niederehnheim / Elsaß .... 1756] / 20. März 1835 Fürth / Mittelfr.)
Pest / Ungarn: Verlag von M. E. Löwy's Sohn Buchhandlung 1861
Druck und Verlag von Adalbert della Torre

 
 
Wortstimmen:
 "Mosche sprach zu Gott: wenn ich nun zu den Kindern Jsraels komme, und sage ihnen:
der Gott eurer Väter sendet mich, und sie sprechen: wie ist sein Name? was soll ich ihnen sagen?
Gott sprach zu Mosche: ich bin das Wesen, welches ewig ist. er sprach nämlich:
so sollst du zu den Kindern Jsraels sprechen: das ewige Wesen, welches sich nennt: ich bin ewig,
hat mich zu euch gesendet. Gott sprach ferner zu Mosche: so sollst du zu den Kindern Jsraels sprechen:
das ewige Wesen, der Gott eurer Vorältern, der Gott Abrahams, Jitzchaks und Jakkobs, sendet mich zu euch.
Dieses ist immer mein Name, und dieses soll mein Denkwort sein in zukünftigen Zeiten."

(II. Buch 3: 13 - 15)

"An selbigem Tage sang Deborah und Borak, Sohn Abinoams also: (als Zerrüttung war in Jsrael,
als sich das Volk freiwillig stellte) Preiset den Ewigen:
Höret Könige! vernehmet Fürsten! ich will dem Ewigen, ich will singen, will saitenspielen dem Ewigen,
Jsraels Gott! Ewiger! bei deinem Auszug von Seir, bei deinem Einherschreiten vom Gefilde Edoms
bebte die Erde, auch die Himmel troffen vom Wasser. Berge zitterten vor dem Ewigen,
jener Sinai vor dem Ewigen, Jsraels Gotte."

(Richter 5: 1 - 5)

 
 
 
Die fünf Bücher Moses
(Sefer Wajikra / 3. B. Moses))
mit einer treuen deutschen Übersetzung

(mit den Siddurim & Haftoroth) hebr. / dt.
Wien / Austria: Druck und Verlag von Adalbert della Torre 1861
 
Wortstimme:
 
 
 
 
Die fünf Bücher Moses
(Sefer Bemidbar / 4. B. Moses)
mit einer treuen deutschen Übersetzung

(mit den Siddurim & Haftoroth) hebr. / dt. (sowie der)
Rolle Ruth
mit einer deutschen Übersetzung von
Aharon ben Wolf
Wien / Austria: Druck und Verlag von Adalbert della Torre 1861
 

 
Wortstimmen:
 
"Mosche aber sprach zum Ewigen: der Ewige, Gott aller Geister, alles Fleisches,
geruhe einen Mann über de Gemeinde zu setzen, der vor ihnen her aus= und eingehe,
und sie aus= und einführe, damit die Gemeinde des Ewigen nicht wie Schafe
ohne Hirten bleiben möge. Der Ewige sprach zu  Mosche: nimm Jehoschua, Sohn Nuns zu dir,
einen Mann,, der Geist hat, und lege deine Hand auf ihn. Stelle ihn sodann
vor den Priester Elasar und vor die ganze Gemeinde, und ertheile ihm Befehle vor ihren Augen.
Lege einen Theil von deiner Majestät auf ihn, daß ihm die ganze Gemeinde Jisraels gehorche.

(IV. B. 27: 15 - 20)
 
"Boas antwortete ihr und sprach: Es ist mir schon alles erzählt worden, was du
für deine Schwiegermutter nach deines Mannes Tode gethan hast, daß du
Vater, Mutter und dein ganzes Vaterland verlassen und zu einem Volke übergingst,
das du vorher nicht gekannt. Der Ewige wird die diese That vergelten, vollständig wird dein Lohn sein
vor dem Ewigen, dem Gotte Jisraels, unter dessen Flügeln du Schutz gesucht hast.
Sie sprach: laß mich nur ferner Gnade finden in deinen Augen, mein Herr!"
(Ruth 2: 11 - 13a)
 
 
 
Die fünf Bücher Moses
(Sefer Debarim / 5. B. Moses))
mit einer treuen deutschen Übersetzung

(mit den Siddurim & Haftoroth) hebr. / dt.
(sowie der)
Rolle Ejcha (= Klagelieder)
 mit einer deutschen Übersetzung von
Aharon ben Wolf
Wien / Austria: Druck und Verlag von Adalbert della Torre 1861
 
Wortstimme:
 

 
Zum Fünfbuch:

 

Zur Person
:
 
Löwe, Joel Brill: (Bril ist ein Akronym: Ben Rabbi Jehuda Leib / Löb) Hebraist, Exeget und Pädagoge. Wahrscheinlich in Berlin geboren, lebte ab seinem neunten Lebensjahr im Hause des Schwiegersohns des Hofbankiers Veitel Heine Ephraim. Schloß sich der Haskala (=Aufklärung) an und hatte Unterricht bei Jizchak Satanow. Mitarbeit an Mendelssohns Bibelkommentar, durch dessen Vermittlung er auch Lehrer im Hause Friedländers wurde. Übersetzte als erster die Haggadah shel Pesah (1785) ins Deutsche. Gab Mendelssohns Übersetzung der Psalmen ins Deutsche in hebräischen Lettern heraus. Als L.s Hauptwerk gilt seine „exzellente” (JE) Einführung in die Psalmen und sein kritischer hebräischer Kommentar dazu (1788). Mitglied der Gesellschaft der Freunde. Wichtiger Vertreter der Haskala, den eine Freundschaft mit I. Euchel und A. Wolfssohn verband, mit dem er gemeinsam Mendelssohns Übersetzung der Lieder Salomons publizierte und kommentierte. Veröffentlichte in Ha-Measef, den er zusammen mit Aaron Wolfssohn in Breslau bis 1796 redigierte, zahlreiche Gedichte und Artikel. L. war maßgeblich an der Einrichtung und Erhaltung der Breslauer jüdischen Reformschule, der Königlichen Wilhelmsschule, beteiligt, deren Leitung er als Oberlehrer und Inspektor von ihrer Gründung 1791 bis zu seinem Tode innehatte. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde Aaron Wolfssohn.
(Quellen: EJ; JL; Dietrich; Eliav; Feiner 1995).
 
 
 
 
Neuerdings wurde die Tora- Ausgabe wieder in moderner Rechtschreibung herausgegeben
 
Buch der Friedenspfade - Die Tora     ספר נתיבת השלום
nach der Übersetzung 
mit den Prophetenlesungen im Anhang
Herausgegeben im Auftrag des Abraham Geiger Kollegs
und des Moses Mendelssohn Zentrums Potsdam von Annette Böckler mit einem Vorwort von Tovia Ben-Chorin
Berlin: Jüdische Verlagsanstalt 2001   תשס׳׳א
 
Wortstimme:
"Mosche sprach zu Gott: »Wenn ich nun zu den Kindern Jisraels komme
und sage ihnen: >Der Gott eurer Väter sendet mich<, und sie sprechen:
>Wie ist sein Name?< Was soll ich ihnen sagen?«
Gott sprach zu Mosche: »Ich bin das Wesen, welches ewig ist.«
Er sprach nämlich: »So sollst du den Kindern Jisraels sprechen:
>Das ewige Wesen, welches sich nennt: >Ich bin ewig< hat mich zu euch gesandt.<«
Gott sprach ferner zu Mosche:»So sollst du zu den Kindern Jisraels sprechen:
>Das ewige Wesen, der Gott eurer Eltern, ist mir erschienen, der Gott Avrahams,
Jizchaks und Jaakows sendet mich zu euch. Dies ist immer mein Name,
und dies soll mein Denkmal sein in zukünftigen Zeiten.<"
(Schemot / Ex. 3: 13 - 15)
 
Anm:
Diese Toraübersetzung enthält neben dem Fünfbuch auch die Übersetzungen der Prophetenlesungen (Haftaroth).
Diese basieren auf den Arbeiten von Simon >Bernfeld (Heilige Schrift. Frankfurt a. / M. 6. Aufl.1935)
und wurden an den Sprachstil von Mendelssohn angeglichen, dabei sowohl stilistisch als auch lexikalisch verändert.
Das Deborahlied sowie das Kapitel aus dem Hohelied sind in der revidierten Übersetzung Mendelssohns geboten
(vgl. dort Seite 22).
 

 
Die Psalmen
Uebersetzt
Berlin: bey Friedrich Maurer, 1783
 
Mit allergnädigsten Freyheiten
 
Wortstimme:
 
 
[Sefer] Semiroth Israel I & II
   [Das ist das Buch der Psalmen mit deutscher Übersetzung
   von unserem Meister Mosche ben Menachem s. A. und mit einem Biur
   von dem Weisen Rav Joel Bril s. A. samt den Erklärungen Raschis s. A.
   und dem Sefer Toldoth Aharon]
Pest / Ungarn: Verlag von M. E. Löwy's Sohn Buchhandlung.
Wien / Austria: Gedruckt bei A. della Torre 1864
 
 
 
Die Psalmen
übersetzt  
Herausgegeben von Walter Pape
(in heutiger Orthographie und Grammatik)
Mit einem Nachwort von Walter Pape und Gideon Toury

Berlin: Karl H. Henssel Verlag 1991
 
 Wortstimme:
"Gebet Mosche, des göttlichen Mannes
Herr, unser Zufluchtsort warst du,
   Von Menschenalter zu Menschenalter.
Ehe denn die Berge gezeugt;
   Geschaffen wurden Welt und Erde;
Und von Ewigkeit zu Ewigkeit
   Bist du allmächtig!
Du führst das Menschengeschlecht bis zur Zerknirschung:
   Dann sprichst du: Söhne Adams! kehret wieder!
(Denn tausend Jahre sind vor dir
   Einem Tage, der gestern verging,
   Einer Nachtwache gleich.)"
(XC. 1.- 4.)
 
 
Die Psalmen
übertragen 
Herausgegeben von Walter Pape
(in heutiger Orthographie und Grammatik)
Mit einem Nachwort von Walter Pape und Gideon Toury
Zürich: Diogenes Verlag  1998 (Diogenes Taschenbuch)
 
 
 
Zum gebundenen Buch:
Die Herausgeber Walter Pape und Gideon Toury haben mit diesem herausragenden Buch - ein Oktavband mit Schutzumschlag - der deutschen Bibellandschaft einen nicht zu unterschätzenden Dienst erwiesen: Die Neuausgabe der Mendelssohnschen Psalmen ist ein Meilenstein in jeder Beziehung, war doch die Wiederveröffentlichung der Tora durch Frommann - Holzboog (siehe oben) nicht nur kaum bekannt, sondern auch kaum erschwinglich für den Normalbürger: je knapp € 200.- sind für die Bände 9 /1 und /2 zu zahlen.
Auf 254 Seiten findet man hier Briefe Mendelssohns an H. Prof. Ramler, einen Freund und Zeitgenossen, und an die geneigte Leserschaft als Einleitung zur Übersetzung. Diese ist aus der Originalausgabe betreffs des Inhalts übernommen; Orthographie und Grammatik wurden behutsam modernisiert; nicht angetastet wurden jedoch der Lautstand und Schreibweisen, die nach heutigem Verständnis einen anderen Sinn ergäben.
Die Texte sind sämtlich in Sinnzeilen gesetzt und versweise angordnet. Ab S. 219 finden sich Worterklärungen, eine editorische Notiz, ein ausführliches Literaturverzeichnis. Besonders hervorgehoben sei das 25 - seitige Nachwort. In diesem wird ausführlich auf Moses Dessau, sein Leben, seine Beziehungen zu Johann Kaspar Lavater und andere Zeitgenossen sowie sein Werk eingegangen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Psalmenübertragung und deren Tradition in jüdischer und christlicher Sicht. Ausführlich kommen auch die Urteile der damaligen Fachwelt zu Wort.
Soweit bekannt, ist die Diogenes- TaBu- Ausgabe dem Inhalt nach mit der des Henssel - Verlages identisch. Wer jedoch die Chance hat, die Henssel- Ausgabe zu ergattern, der tue das. Es lohnt die Anschaffung!
 
 
 
 
 Die Dessauer Synagoge in der Steinstraße, erbaut 1908, fünf Generationen nach Mosche Dessau's Tod.
1938 brannte sie als eine der ersten Gotteshäuser im nationalsozialistischen Deutschland.
 
 
 
 
 
Die Mendelssohn'sche Tora- Ausgabe sollte 1815 zur ganzen Heiligen Schrift vervollständigt
und unter folgendem Titel herausgegeben werden. Ob dieses Unternehmen wie geplant, zu Ende geführt wurde, ist nicht bekannt. Es erschien jedenfalls die Tora- Ausgabe.
 
 
¶ Die heilige Schrift
nach dem masorethischen Texte übersetzt von
Moses Mendelssohn, David Friedländer (1750 - 1834)
J(saak) EuchelA. Wolfsohn
 und andern bekannten Uebersetzern und Sachkundigen:
für Bibelfreunde aller Konfessionen, und zunächst für Israeliten bestimmt.
 Herausgegeben von D(avid Hirschel) Fränkel  (1704 - 1762)
und M(ose Hirsch) Bock (1784 - 1816)
Deßau/ Anhalt: zu haben bei dem Direktor Fränkel
Berlin: in Commission bei Fr. Nicolai 1815
 
 
Die fünf Bücher Mose
   übersetzt von Moses Mendelssohn.
 
Zum Buch:
Ob diese Heilige Schrift zur Vollbibel erweitert wurde, ist nicht bekannt. Die Tora- Ausgabe enthält lediglich die deutsche Übersetzung ohne jegliche Beigaben.
 
 
 
Die Mendelssohn'sche Tora samt Psalmen und Hohelied wurde zur Grundlage der ab 1852 in
St. Petersburg herausgegebenen vollständigen Tenach - Ausgabe:
 
Diese vollständigen Ausgaben sind unter AUTOREN im nächsten Artikel beschrieben:
>Mendessohn & Nachfolger

 
 Die Mendelssohnsche Übersetzung ist auch Textgrundlage für nachstehendes fünfbändiges Wer
 
Die Tora. In jüdischer Auslegung.
Herausgegeben von W. Gunther Plauth.
Autorisierte Übersetzung und Bearbeitung von Annette Böckler.
Gütersloh: Chr. Kaiser Gütersloher Verlagshaus. (1999 - 2004)

Band 1: ►Bereschit. Genesis. Haftarot. 1
999
Übersetzungen wie bei der o.g. Einband-Ausgabe. Ein innerhalb der Haftara-Abschnitte enthaltener Text
aus dem 1. Makkabäerbuch ist bearbeitet aus dem AT von Kautzsch übernommen.

Band 2: ►Schemot. Exodus. Haftarot. 2000
(Darin das Deborahlied nach der revidierten Mendelssohnschen Übersetzung.) 

Band 3: ►Wajikra. Leviticus. Haftarot. 2001

Band 4: ►Bemidbar. Numeri. Hafarot. 2003
 
Band 5: ►Devarim. Deuteronomium. (o. J. 2004)

Anm.:
Die amerikanische Originalausgabe erschien 1981 unter dem Titel: "The Torah. A Modern Commentary".
edited by W. Gunther >Plauth.
New York / N. Y.: Union of American Hebrew Congregations.
 
Siehe auch den Artikel unter > Plauth!
 
Berühmte Nachfahren des Mosche Dessau, hier auf Briefmarken dargestellt:
 
                                      Enkel Jakob Ludwig Felix
(*Hamburg 1809 - 1847 Leipzig) und Enkelin Fanny Zippora Cäcilie (*Hamburg 1805 - 1847 Berlin)
 
                       
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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