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►Das Hohelied von Salomo
Leipzig: Insel - Verlag 1909
Gedruckt in 300 Exemplaren, als fünftes Buch der Ernst Ludwig Presse, Darmstadt, von F. W. Kleukens, C. H. Kleukens & S. Lundgren.
Den Text bearbeitete Rudolf Alexander Schröder unter Zugrundelegung der von Emil Kautzsch besorgten Übertragung des Hohen Liedes Salomonis.
Wortstimme:
"Lege mich wie ein Siegel an dein Herz;
wie einen Siegelreif an deinen Arm.
Denn stark wie der Tod ist Liebe,
fest wie die Unterwelt ist Leidenschaft,
ihre Gluten Feuergluten, eine Flamme Jahs!
Viele Wasser können die Liebe nicht auslöschen,
und Ströme sie nicht überfluten.
Wenn einer allen Reichtum seine Hauses hingeben wollte um Liebe,
so gälte es alles nichts."
(8. Kap.)
Zum Buch:
Dieses bibliophile Werk enthält außer der Übersetzung noch Zeichnungen bzw. Buchschmuck im Jugendstil von F. W. Kleukens (? ungenannt). Der Bibeltext ist versweise gedruckt, aber ohne Kapitel- oder Verszahlen- Angabe.
Dieser Titel hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Ursprünglich hatte der jüdische Jugendstilmaler und Graphiker Ephraim Mosche Lilien (siehe bei > Reuß/ Rahlwes) diesen Titel mit eigenen Illustrationen beim Verlag Lattmann in Goslar herausbringen wollen. Doch Friedrich A. Lattmann wollte das Hohelied nur in der Übertragung von Edgar Alfred Regener publizieren. Die Übertragung von Regener lehnte Lilien jedoch vehement ab. Darüber kam es zu einem heftigen Streit, die Zusammenarbeit mit dem Verlag Lattmann zerbrach daraufhin. Alsdann übertrug Lilien die Rechte und übergab die fertigen Zeichnung an den Insel Verlag, Leipzig. Doch außer wenigen Andruckexemplaren, die 1908 vorgelegt wurden, ist ein endgültiger Druck nie vorgenommen worden. Ein solchermaßen betiteltes Buch wurde dann zwar doch vom Insel- Verlag herausgebracht, jedoch mit dem Text von R. A. Schröder; der Buchschmuck stammt wohl von F. W. Kleukens, der von 1907 bis 1914 der künsterische Leiter der Ernst- Ludwig- Presse in Darmstadt war, wo das Buch als Auftragsarbeit gedruckt wurde.
Liliens für jenes Buch gefertigten Illustrationen samt Buchschmuck wurden dann zum Teil in den 6. Band »Liederdichtung« der "Westermann- Bibel" (siehe >Reuß/ Rahlwes) übernommen.
Was aus Edgar Alfred Regeners Hohelied- Übertragung wurde und ob sie je über ein Planungsstadium herauskam, ist leider nicht bekannt. Lilien hatte diese als „sehr mangelhaft" bezeichnet. Die Übersetzung für den Insel- Verlag sollte besser– so aus Liliens Briefverkehr zu erfahren – der österreichische Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal übernehmen. Wieso das nicht geschah, (und ob H. v. Hofmannsthal überhaupt das salomonische Lied komplett verdeutscht hatte) sondern die von R. A. Schröder bearbeitete Übersetzung des Emil Kautzsch zum Druck gelangte, ist einer Recherche wert.......
Aus der Feder Hugo von Hofmannsthal's ist eine Hohelied- Nachdichtung überliefert; allerdings sind nicht mehr als fünf Verse bekannt:
[147] Du bist der verschlossene Garten,
Deine kindischen Hände warten,
Deine Lippen sind ohne Gewalt.
Du bist die versiegelte Quelle,
Des Lebens starre Schwelle,
Unwissend herb und kalt.
Nimm, Wind von Norden, Flügel,
Lauf, Südwind, über die Hügel
Und weh durch diesen Hain!
Laß alle Düfte triefen,
Aus starren Schlafes Tiefen
Das Leben sich befrein!
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Canticum canticorum IV. 12-16
[Aus: Gesammelte Werke in zehn Einzelbänden. Band 1: Gedichte, Dramen, Frankfurt a.M. 1979, S. 146-147.]
►Das Buch Hiob
Mit Randbemerkungen (und) Einführungen
München: R. Piper & Co. Verlag 1948
Piperbücherei (No.) 20
(Bibel)- Text: Deutsch von Martin Luther (neu durchgesehen 1913) 
Zum Buch:
Dieses Taschenbuch im Oktav- Format bringt etwa hälftig die "Randbemerkungen", nämlich 44 Seiten, und den Text des Hiobbuches nach M. Luther, 49 Seiten. Beide Texte sind in Fraktur gesetzt. Der Bibeltext ist fortlaufend gedruckt, Kapitel- und Versangaben stehen in der Seitenüberschrift. Schröders Randbemerkungen sind sehr anspruchsvoll geschrieben, man kann sie eher als Essay bezeichnen.
►Gesammelte Werke in fünf Bänden
Erster Band
Die geistlichen Gedichte
Drittes Buch: Aus dem Psalter
Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1952
Hier finden sich Übertragungen der Psalmen 14 -- 23 --46 -- 55 -- 62 -- 63 -- 67 -- 130 -- 138 -- 139 -- 146,
die in den Jahren 1937 bis 1940 hergestellt wurden.
Wortstimme:
"Gott, der mein Gott ist, in der Früh,
Erwacht vom Schlummer, harr ich dein;
Nach dir im Land von Durst und Müh
Verlangt mein Fleisch und Bein.
Ich schau dir nach im Heiligtum,
Gewärtig diener Majestät,
Weil über Menschentum und Ruhm,
Herr, dein Erbarmen geht."
(Der dreiundsechzigste Psalm)
►Eine Handvoll Dynamit.
Die Botschaft des Römerbriefes
Neu übersetzt
Kassel- Wilhelmshöhe: Eichenkreuz Verlag o. J. (1951)
Reihe: „Bibel- Jllustrierte" Heft 2, herausgegeben von D. Stange
Wortstimme:
"Dem aber, der Macht hat, euch zu stärken durch meine Frohbotschaft
und das Zeugnis von Jesus Christus, durch Enthüllung des Mysteriums,
das -- seit ewigen Zeiten verschwiegen -- nun auf Befehl des ewigen Gottes
in prophetischen Schriften offenbart und allen Heiden kundgemacht ist,
auf daß auch sie glauben und gehorchen: dem allein weisen Gott
sei Lob von Ewigkeit zu Ewigkeit durch Jesus Christus. Amen."
(Kap. 16, Schluß)
Zur Bibel- Jllustrierten:
Diese zum kleinen Teil farbig gedruckte Illustrierte aus Kassel ist kaum bekannt geworden und hat auch - soweit recherchierbar - nicht mehr als zwei Teile erlebt. Das Format der Hefte ist etwa DIN_A4. Der in drei Spalten in Antiqua gesetzte Bibeltext wird aufgelockert durch Zeichnungen, Fotos aus dem römischen Reich und anderswo sowie zeitgenossische Darstellungen, die irgendwie zum Text passen sollen. Auch eine Reproduktion eines Textfragments des Römerbriefes (Papyrus aus dem 2. Jhdt) ist in Farbe wiedergegeben. Das 16- seitige Heft ist nicht mit einem Vorwort ausgestattet. Lediglich wird im Impressum auf das erste erschienene Heft hingewiesen: Eine Übersetzung des Matthäus- Evangelium mit dem Luthertext. Hier in der Römerbrief- Übertragung von Rudolf Alexander Schröder ist auf alle Beigaben zum Schrifttext verzichtet. Lediglich Kapitelangaben und Überschriften zu Sinnabschnitten sind beigegeben.
Der Text dieser Römerbrief - Übersetzung ist auch Bestandteil des folgend beschriebenen, gut zehn Jahre später edierten , Werkes:
►Eine Handvoll Dynamit - Der Brief des Paulus an die Römer
übersetzt von Martin Luther (Übersetzung letzter Hand von 1545), Karl Barth, Theodor Schlatter
und Rudolf Alexander Schröder
Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt MCMLXXII
Zum Buch:
Johann Christoph Hampe verfaßte das gut zweiseitige Vorwort zu diesem Quartband, der als Weihnachtsgabe 1962 von der WB zum 150. Jahr ihres Bestehens herausgebracht wurde. "Sie lesen viermal den gleichen Text, und dennoch ist es viermal ein anderer", schreibt Hampe. Der Römerbrief wurde um seiner Sperrigkeit, Widersprüchlichkeit und Kühnheit gewählt, und, weil von ihm mehr als einmal eine Bewegung ausgegangen ist, die die Kirche fortriß zu anderen Ufern. -- Auf je einer Buchseite sind zwei Übersetzungen parallel abgedruckt, von links in "Alte Schwabacher Fraktur" die von Martin Luther (1545), dann in "Walbaum Antiqua" die von Theodor Schlatter, rechts die von R.A. Schröder sowie die von Karl Barth. Kapitel- und Verszahlen sind nur zusammenfassend angegeben. Überschriften sind, sofern vorhanden, aus der Originalausgabe übernommen.
►Psalmen
Ohne Ort [Zürich?] ohne Verleger, ohne Jahr [1947 / 1948]
[Sonderdruck zum 70. Geburtstag , meist signiert: Schröder]
Zitat:
Ach Herr, und steht's mit uns so schlimm?
Setzt unser Hochmut noch die Schranken,
Davor sich deiner Huld Gedanken
Verwandelten in Zorn und Grimm?
Wirf uns in den Staub, mach uns zunicht,
Du bist ja nicht
Der, dem des Frevlers Tod gefiele.
Lehr uns begreifen unsre Schuld,
Und gib Geduld
Vor deinem unerforschten Ziele.
(Aus Lied 1; mit Gedanken aus Ezech. 18 bzw. 33)
Zum Heft:
Dies ist keine Psalmenübertragung! Rudolf Alexander Schröder hat zehn Gebete auch anhand biblischer Texte, darunter der Profeten, verfaßt und hier in einem broschierten, bibliophil gemachten, Oktavband mit 26 Seiten mit einer besonderen Schrifttype (Claudius = Fraktur von Rud. Koch) veröffentlicht.
Zur Person:
Geboren als Kind des späten 19. Jhdt in Bremen als Sohn einer Kaufmannsfamilie.
Gestorben im Sommer 1962 in Bad Wiessee. Rudolf Alexander Schröder studierte zuerst in München Architektur, Musik und Kunstgeschichte.
Zusammen mit seinem Vetter Alfred Walter Heymel und Otto Julius Bierbaum gründete er die Zeitschrift „Die Insel“; daraus entstand später der Inselverlag.
Er schloss sich der Bekennenden Kirche an und hielt als Laienprediger der ev. luth. Kirche Bayerns Gottesdienste. Nichtsdestotrotz braucht auch nicht verschwiegen zu werden, daß R. A. Schröders anfängliche Begeisterung für das Dritte Reich und seinen Führer sich in Liederdichtungen niederschlug, die in "Unser Liederbuch - Lieder der Hitlerjugend" zu lesen und singen waren: mit Texten für insgesamt drei NS- Jubellieder – z. T. nach Melodien des Kirchenlieder- Dichters Heinrich Spitta – war er vertreten. Ein Text, charakteristisch für diese Zeit, sei hier wiedergegeben: Das Banner fliegt, die Trommel ruft, vom Schritt der Heere dröhnt die Luft, sie stäubt von Rosseshufen: Ihr Kind und Weiber, helf euch Gott, wir Männer sind da vorne not: Der Führer hat gerufen.
(Text: »Der Führer hat gerufen« nach R. A. S. Weise: H. Spitta 1936; Gg. Kallmeyer Verlag, Wolfenbüttel)
Nach dem Erlebnis des Krieges bestimmte die Ausrichtung auf das humanistische Erbe der Klassik und eine protestantisch-biblische Religiosität sein Schaffen:
Er übersetzte die Ilias und die Odyssee Homers und andere klassische Schriften. Er wirkte auch als Übersetzer der altkirchlichen (gregorianischen) Hymnen.
1950 schrieb er auf Wunsche des Bundespräsidenten Th. Heuss die „Hymne an Deutschland“. Sie sollte die Nationalhymne werden; es fügte sich aber bekanntlich wieder traditionell.
1978 brachte die Deutsche Bundespost anlässlich des 100. Geburtstages eine 50 Pf.-Gedenkbriefmarke heraus.
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