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Montag, den 06. Juni 2011 um 20:02 Uhr

Vulgata deutsch

 

http://vulgata.info/index.php/Hauptseite

Auf einer römisch- katholischen Internetseite der FJM- Ritter "vulgata.info/index.php/Hauptseite" wird der Bibel- Text der Übersetzer V. Hamp, M. Stenzel und J. Kürzinger (von 1966 bzw. 1972) als "Vulgata in deutscher Fassung" bereitgestellt.

Dem Leser wird der Eindruck vermittelt, er hätte eine Übersetzung der "Nova Vulgata, Biblia sacrorum editio" vor Augen. Tatsächlich haben die Professoren Hamp, Stenzel & Kürzinger jedoch ab 1956 unzweifelhaft aus dem Hebräischen und Griechischen übersetzt. Da diese Übersetzer ja namentlich genannt sind, ist nicht nachvollziehbar, warum dieser Text (AT & NT) dann als "Vulgata, deutsch" bezeichnet und als solcher veröffentlicht wird.

Um einen authentischen Text der Nova Vulgata in deutscher Sprache zu erhalten, müßte sich jemand dieser Übersetzungsaufgabe neu widmen; kaum einer hat sich bisher eines solchen Unterfangens angenommen. Es gibt lediglich eine (in Zahlen: 1) röm.-kath. Übersetzung der Psalmen und des Hoheliedes aus der "Neuen Lateinischen" von 1979 (von P. Gebhard >Heyder OCD), das war's dann auch schon. Als Leser/ Studierende einer Nova Vulgata deutsch, die ja per se eine Übersetzung einer Übersetzung aus den Urtexten ist, kämen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Ultramontanisten in Frage. Für Lateiner, Liturgiker und Liebhaber der Lingua Latina mag eine N.V. durchaus ihre Berechtigung haben; somit ist die Frage nach dem Sinn eines solchen (deutschen) Unterfangens eine rein ideologische!

Wer immer in der Lage ist, diese Angaben zu berichtigen bzw. zu ergänzen, der melde sich, bitte! Danke!

Für Freunde der "Vulgata" ist eine neue, mehrteilige englische AT-Ausgabe des U.S.- Amerikaners John G. Cunyus, erschienen, "translated from the Latin Vulgate into contemporary English". Im BB ist (vorerst) nur die Psalmen- Ausgabe, "The Audacity of Prayer", vorhanden. Alle bisher erschienenen Bibelteile kann man auf der Website "www.searchlight-press.com" ersehen. Grundlage dieser Reihe ist die von Robert Gryson herausgegebene "Biblia Sacra juxta Vulgatam Versionem", 4. überarbeitete Ausg. 1994.
(Anm.: Es gibt davon auch eine nur englisch- sprachige Ausgabe ohne den lateinischen Text!!)
 
In diesem Zusammenhang sei folgendes bemerkt:
Für römische Katholizisten, die strikt nach päpstlichen Vorgaben Bibel lesen und dazu nichtmodernistische Kommentare benötigen, die sich überdies noch am Katechismus orientieren, gibt es im (spanischen und) englisch- sprachigen Raum The Navarre Bible. Hier wird ein englischer Bibeltext (Revised Standard Version, Catholic Edition) mit der Nova Vulgata (editio typica altera, Vatikan 1986) kombiniert. Die überaus reichlichen Kommentare entstammen den Kirchenvätern, dem römischen Katechismus, Aussagen des Lehramts und "heiligmäßigen" Verfassern, allen voran dem Gründer des Opus Dei, Josemaría Escrivá de Balaguer (1902- 1975), der der theologischen Fakultät der Universität Navarre im spanischen Pamplona in den 60er Jahren den Auftrag gab, diese neue Bibelübesetzung mit Kommentaren zu erarbeiten. Der englischsprachigen Ausgabe - so könnte man vermuten - hätte eigentlich zur Nova Vulgata und den vatikantreuen Erläuterungen eine passende "vulgatische" Übersetzung beigegeben werden müssen, etwa eine Überarbeitung der altehrwürdigen Douay/ Challoner- Rheims- Version oder die Übersetzung von Ronald Knox; aber weit gefehlt: Gewählt wurde die RSVCE von 1966/99, aus den hebräischen und griechischen Urtexten übersetzt (und damit auch allen wissenschaftlichen Anforderungen gerecht werdend). Streng genommen harmonieren die RSVCE und die beigegebene Nova Vulgata nicht miteinander.
 

 

 

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